Sauerstofflangzeittherapie nicht für alle Patienten mit chronisch-obstruktiver Bronchitis vorteilhaft

Sauerstofflangzeittherapie nicht für alle Patienten mit chronisch-obstruktiver Bronchitis vorteilhaft
Eine Sauerstofflangzeittherapie kann die Atemnot von Patienten mit schwerer chronisch-obstruktiver Bronchitis nachweislich lindern und ihre Leistungsfähigkeit erhöhen. Allerdings ziehen Patienten in einem frühen Stadium ihrer chronisch-obstruktiven Bronchitis offenbar keinen erkennbaren Nutzen aus dieser Therapieform. Eine Sauerstofftherapie kann bei dieser Patientengruppe weder Exazerbationen verhindern noch die Lebenszeit verlängern. Darauf machen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) aufmerksam unter Berufung auf aktuelle Studienergebnisse aus den USA.Bei einer Sauerstofflangzeittherapie muss die Sauerstoffzufuhr möglichst über 16 Stunden am Tag aus einem Sauerstoffgerät erfolgen. Das kann, je nach Schwere und Mobilität des Gerätes, eine erhebliche Einschränkung und Belastung im Alltagsleben sein. Eine kurzzeitige Anwendung für lediglich ein paar Minuten pro Tag ist medizinisch gesehen sinnlos.
Den US-Forschern zufolge profitieren Patienten mit chronisch-obstruktiver Bronchitis nur dann von einer Sauerstofflangzeittherapie, wenn sie nachweislich unter erheblichem Sauerstoffmangel im Blut leiden. Eine normale Sauerstoffsättigung liegt bei 94 bis 99 Prozent. Beträgt sie weniger als 90 Prozent, sprechen Mediziner bereits von einem ausgeprägten Sauerstoffmangel. Patienten, die bereits eine Sauerstofflangzeittherapie durchführen, auch wenn sie nachweislich keinen ausgeprägten Sauerstoffmangel im Blut aufweisen, sollten das mit ihrem Arzt besprechen.

Quelle

6. Dezember 2016