SIMPATI – Datenerhebung startet am 1. November 2020. Noch immer ist Teilnahme möglich!

SIMPATI – Datenerhebung startet am 1. November 2020. Noch immer ist Teilnahme möglich!


Am 1. November 2020 beginnt offiziell die Datenerhebung für das SIMPATI-Projekt. SIMPATI bedeutet „Surveillance nosokomialer Infektionen und MRE bei Patienten der außerklinischen Intensivpflege“. Das Projekt basiert auf der Tatsache, dass immer mehr Menschen mit respiratorischer Insuffizienz inzwischen auch außerhalb einer Klinik intensivmedizinisch versorgt werden.

In der letzten Novellierung des Infektionsschutzgesetzes 2018 wurde die Verpflichtung zur Umsetzung von Maßnahmen zur Vermeidung nosokomialer Infektionen und der Weiterverbreitung von Krankheitserregern ausdrücklich auch auf die ambulante Intensivpflege ausgedehnt. Ein wichtiges Werkzeug, um ein modernes Hygienemanagement zu realisieren, die Surveillance, fehlt jedoch bislang für diesen Bereich. Eine Surveillance befähigt Einrichtungen, Kenntnisse der eigenen Infektions- und Erreger-Häufigkeit (z.B. multiresistente Erreger = MRE) zu erhalten, sich mit Referenzdaten aus ähnlichen Einrichtungen zu vergleichen (Benchmarking) sowie ihre Mitarbeiter*innen für nosokomiale Infektionen und MRE zu sensibilisieren. So können Infektions- bzw. MRE-Raten zur zielgerichteten Verbesserung der Hygiene genutzt werden.

Am SIMPATI-Projekt teilnehmende Pflegedienste führen in einem Zeitraum von 2 Jahren die Surveillance von Infektionsereignissen und MRE für Patient*innen mit Trachealkanüle nach einer einheitlichen Methode durch (Nov 2020 – Nov 2022) durch. Hierfür werden die Mitarbeiter*innen durch das Studienteam geschult und erhalten kontinuierlich technischen, als auch inhaltlich-methodischen Support. Die erhobenen Daten werden für ein individuelles Feedback in den Pflegediensten genutzt, um gezielt Verbesserungen initiieren zu können. Darüber hinaus werden den Teilnehmern immer wieder Schulungsmaterialien und Empfehlungen angeboten. Teilnehmen können

  • Ambulante Pflegedienste
  • Pflegeeinrichtungen
  • Wohngemeinschaften,
  • die Patienten mit Trachealkanüle (mit oder ohne Beatmung) in der außerklinischen Versorgung (bundesweit) betreuen.

Das Pilotprojekt wird federführend von der Charité geleitet und vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA), vertreten durch Patrick Ziech (Sprecher der DIGAB-Sektion „Hygiene“), unterstützt, ebenso von der DIGAB e.V. Der G-BA fördert das Projekt im Rahmen des Innovationsfonds, was bedeutet, dass das Projekt eine Chance hat, anschließend in die Regelversorgung übernommen zu werden. Es steht bereits ein umfangreiches Schulungsprogramm im geschützten Bereich der Charité-Website www.nrz-hygiene.de/nrz/simpati/ zur Verfügung.

Wer sich noch spontan zur Teilnahme an SIMPATI entschließen sollte, ist herzlich willkommen.

Interessierte können sich im öffentlichen Bereich zum Projekt selbst informieren. Für Fragen kontaktieren stehen folgende Ansprechpartner zur Verfügung:

Patrick Ziech, E-Mail: Patrick.Ziech@nlga.Niedersachsen.de , Tel.: 0511 4505-129

Pauline A. Nouri, E-Mail: pauline-assina.nouri@charite.de , Tel: 030-8445 3671


Quelle: Deutsche Interdisziplinäre Gesellschaft für Außerklinische Beatmung DIGAB e.V.