Lungenärzte warnen vor möglicher Kohlenmonoxidvergiftung in Holzpellet-Lagern

Lungenärzte warnen vor möglicher Kohlenmonoxidvergiftung in Holzpellet-Lagern
Ähnlich wie Biomasse können auch Holzpellets, die aus Sägemehl und zusammengepressten Holzspänen bestehen, Kohlenmonoxid, im Folgenden abgekürzt als CO, ausgasen, weil sich CO aus dem Harz der Holzfasern bildet. Insbesondere in den ersten Wochen nach der Herstellung frischer Holzpellets können daher in schlecht belüfteten Lagerräumen u.U. tödliche CO-Werte erreicht werden.
Holzpellet-Lager sollten deshalb vorsichtshalber am besten nur mit einer Atemmaske oder einem CO-Warngerät betreten werden. Dazu raten die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP). Forscher warnen unter Berufung auf aktuelle Studienergebnisse (siehe Rechtsmedizin 2015, Band 25/2 , Seite 101-106).
Die schädliche Wirkung von CO beruht darauf, dass es eine zwei- bis dreihundertfach stärkere Bindung mit dem Blutfarbstoff Hämoglobin eingeht als Sauerstoff. Somit verdrängt CO den Sauerstoff vom Hb, das eigentlich den Sauerstoff von der Lunge zu den Organen im Blut transportieren soll. Da anstelle von Sauerstoff CO zu den Zellen transportiert wird, stellt sich rasch ein ausgeprägter Sauerstoffmangel ein. Erste Vergiftungserscheinungen, die sich als Kopfschmerzen, Unwohlsein oder Konzentrationsstörungen bemerkbar machen können, treten bereits bei geringen CO-Mengen von 5-10% auf. Zu Einschränkungen des Bewusstseins und Bewusstlosigkeit kann es bei 10-20% COHb kommen, garantiert tödlich sind demgegenüber 60-70% COHb, wobei diese Grenzen aber auch von der individuellen Verfassung der Betroffenen abhängen.
Zum Vergleich: Bei einem der 15 registrierten Todesfälle aufgrund einer CO-Vergiftung wurden im betreffenden Holzpellet-Lager in 2,80 Metern Tiefe 2500 ppm CO gemessen, direkt unterhalb der geöffneten Luke immerhin noch 1000 ppm. Der Grenzwert für CO am Arbeitsplatz liegt bei 30 ppm.Quelle

14. Juni 2016