Statine bei MS geben keine Hinweise auf einen Nutzen

Statine bei MS geben keine Hinweise auf einen Nutzen
Blutfettsenkende Medikamente (Statine) gelten wegen ihrer immunmodulierenden und für das Nervenwachstum wichtigen Wirkung  zu möglichen MS-Therapeutika. Doch nach Auswertung mehrerer Studien raten Wissenschaftler von dem Einsatz von Statinen bei schubförmiger remittierender MS oder klinisch isoliertem Syndrom eher ab.
Daten von acht verschiedenen Studien wurden bezüglich der Wirksamkeit von Statinen ausgewertet. Fünf dieser Studien befassten sich mit Statinen als Zusatztherapie zu Interferon-beta bei RRMS, eine zur Statin-Monotherapie bei CIS, eine zur Station-Monotherapie bei optischer Neuritis und eine zur Station-Monotherapie bei sekundär progredienter MS. Bei den fünf Therapien RRMS-Studien konnte kein signifikanter Effekt der Zusatztherapie festgestellt werden. Stattdessen zeigte sich sogar ein Trend zur verstärkten MS-Aktivität auf Basis neuer T2-Läsionen, des Anteils von Teilnehmern mit einem Schub und der Gehirnatrophie.
In der Studie zu Statinen bei sekundär progredienter MS (SPMS) führte die Statin-Monotherapie zu einer signifikanten Reduktion der Gehirnatrophie und der Behinderungsprogression. Allerdings nahm dies keine Auswirkungen auf die Schubrate.  Auch in den weiteren Studien konnten keine Unterschiede hinsichtlich der Schubrate vermerkt werden.
In der Grundlagenforschung und in Tierversuchen konnten vielfältige Effekte von Statinen festgestellt werden. Diese lassen sich für den Menschen allerdings nicht bei der schubförmigen remittierenden MS bestätigen. Daher raten die Forscher von einer Therapie mit Statinen ab.
9. Juni 2015