Noch steht keine effektive pharmakologische Behandlung für ARDS zur Verfügung. „Grundsätzlich sollte der Patient möglichst lungenprotektiv beatmet werden, das heißt mit so wenig Druck wie möglich und dennoch so effektiv wie nötig“, betont Prof. Pfeifer. Ganz wichtig ist es auch, Patienten mit schwerem Lungenversagen in der frühen Phase täglich mindestens 16 Stunden auf dem Bauch zu lagern, da die Bauchlage den Gasaustausch erheblich verbessert und dadurch das Sterberisko erheblich verringert.“ In sehr schweren ARDS-Fällen kann es auch erforderlich werden, den Patienten in ein spezielles Zentrum mit ECMOzur so genannten extrakorporalen Membranoxygenierung zu überführen, um auf diesem Weg noch effektiver überschüssiges Kohlendioxid zu entfernen und mangelnden Sauerstoff hinzuzufügen und die Herz- und Lungenfunktion zu unterstützen.
In rund 10 % der Aufnahmen auf einer Intensivstation hierzulande handelt es sich um Fälle mit ARDS, jedoch wird das Krankheitsbild nur in 60 % der Fälle richtig diagnostiziert. So werden 33 % der Patienten nicht lungenprotektiv beatmet und nur 16 % werden in Bauchlage positioniert. Am größten ist das Sterberisiko bei ARDS für ältere Menschen und für Patienten mit zusätzlichen Begleiterkrankungen.