Forscher konnten nun eine genetische Variation identifizieren, die bestimmt, ob eine Behandlung mit Interferon beta anspricht oder nicht. Außerdem deutet vieles darauf hin, dass dieses Gen die Aktivität des Immunsystems beeinflusst.
Bei der Untersuchung, warum Betroffene mit schubförmiger remittierender Multipler Sklerose nicht auf eine Behandlung mit Interferon beta ansprechen und trotz der Immunmodulation MS-Aktivität zeigen, sind die Wissenschaftler auf dieses Gen gestoßen. Inzwischen sind mehr als 159 genetische Varianten bekannt, die eine Person anfällig für MS machen können. Wäre es im frühen Verlauf der MS möglich, die beste Therapie für den Patienten herauszufinden, könnte dies das Behandlungsergebnis und die Lebensqualität verbessern.
Um die genetischen Anlagen für eine Früherkennung von MS zu finden, untersuchten Forscher eine Gruppe von MS-Betroffenen, die entweder Interferon beta oder Glatirameracetat zu sich nahmen. Je nach Ansprechen auf die Behandlung als Responder, wurden die Teilsponder oder Nichtresponder in drei Gruppen eingeteilt. Anschließend wurde das Gesamte Genom der Studienteilnehmer von den Forschern analysiert. Hierbei stießen sie auf eine genetische Variante, die konstant mit einem fehlenden Ansprechen auf Interferon beta einherging. Auch weitere Untersuchungen mit weiteren Studienkohorten aus Italien, Frankhreich und den USA bestätigten diesen Befund.
Die identifizierte Variante rs9828519 befindet sich in der Nähe des Gens SLC9A9, das den pH-Wert innerhalb der Zellen kontrolliert. Nach einer Analyse der Funktion dieses Gens, entdeckten die Forscher eine verminderte Aktivität des Gens bei Personen mit erhöhtem Risiko für Schübe. Außerdem scheint das Gen bei der Regulierung der Immunzellaktivität eine Rolle zu spielen, so dass sein Verlust zu schädlichen Immunreaktionen führt.
Forscher glauben, dass diese Ergebnisse ein wichtiger Schritt sind um der personalisierten Medizin näher zu kommen. Der Fund des Gens könnte ein weiterer Ansatz sein, um die entzündlichen Prozesse und Angriffe des Immunsystems bei MS zu stoppen. Weitere Untersuchungen sollen nun klären, ob die von ihnen entdeckte genetische Variante auch für das Ansprechen auf andere Medikamente verantwortlich ist.
31. Juli 2015





















































