Als Asthmapatient fit in den Frühling. Sport stärkt Lunge und Körper

Als Asthmapatient fit in den Frühling. Sport stärkt Lunge und Körper


Husten, pfeifende Atmung, Luftnot, ein Engegefühl in der Brust – ca. 3,5 Millionen Asthmapatienten in Deutschland kennen die beklemmenden Symptome eines akuten Anfalls. Dann helfen Medikamente, meist zum Inhalieren, um wieder frei durchatmen zu können. Der Welt-Asthma-Tag am 4. Mai macht auf diese inzwischen immer häufiger auftretende Atemwegserkrankung aufmerksam.

Prof. Dr. Christian Virchow, Direktor der Abteilungen für Pneumologie und Internistische Intensivmedizin an der Universitätsmedizin Rostock, kennt die Einschränkungen gut, mit denen seine Patienten leben müssen. Angesichts steigender Temperaturen ist es ihm wichtig, besonders auf die große Bedeutung körperlicher Bewegung hinzuweisen: „Die Lunge des Patienten mit Asthma muss so behandelt sein, dass keine Atembeschwerden bestehen. Dann kann ein gesundes Maß an Sport den Atem vertiefen, die Belastbarkeit steigern, die Körperhaltung verbessern und die Atemmuskulatur kräftigen. Deshalb ist Sport selbstverständlich gerade auch für Kinder wichtig, die an Asthma erkrankt sind.“

Besonders geeignet sind Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren, Walken, Wandern, Inline-Skaten, Tanzen oder Schwimmen. Aber auch ein gezieltes Krafttraining oder Entspannungstechniken wie Yoga helfen Asthmatikern, die Atemmuskulatur zu stärken und den Brustkorb zu dehnen. Wichtig ist es, langsam zu beginnen, die Belastung nach und nach zu steigern und nicht an seine Grenzen zu gehen. Prof. Virchow verweist darauf, dass gerade Anfänger vorher unbedingt ihren Arzt konsultieren sollten. „Sportliche Aktivitäten setzen bei vielen Patienten die vorbeugende Einnahme ihrer Asthma-Medikamente voraus, um ein Belastungsasthma zu vermeiden. Unter Umständen kann auch ein Lungenfunktionstest, gegebenenfalls auch auf einem Ergometer, sinnvoll sein.“ Nur der Arzt kann zudem einschätzen, ob im Frühling die Pollenbelastung für den jeweiligen Patienten eine Rolle spielt. Grundsätzlich gilt: Das Notfallspray sollte bei allen sportlichen Aktivitäten immer zur Hand sein.

Für schwere Asthmatiker gibt es spezielle Lungensportgruppen, die gezielt auf die Bedürfnisse und die Leistungsfähigkeit der Asthmaerkrankten eingehen. In der Pneumologie der Universitätsmedizin Rostock hat Prof. Virchow dieses Angebot initiiert, so dass Patienten ein individuell abgestimmtes Bewegungsangebot gemacht werden kann. Durchgeführt werden die Sportkurse vom Integrativen Treff e.V.; Interessenten wenden sich bitte an Frau Petra Lahrz (01 76 / 26 31 56 03). Aufgrund der Coronasituation pausieren die Kurse allerdings leider aktuell.

Titelbild: Prof. Dr. Christian Virchow rät Asthmapatienten zu gemäßigtem Ausdauersport. Foto: Unimedizin Rostock

Quelle: Unimedizin Rostock