Außerklinische Intensivpflege steht vor strukturellen Herausforderungen – Überwältigendes Interesse am MAIK Update

Außerklinische Intensivpflege steht vor strukturellen Herausforderungen – Überwältigendes Interesse am MAIK Update


  • Gesundheitspolitikerin Borchardt fordert weniger bürokratische Hürden
  • MAIK Update in Hamburg schon im Vorfeld ausgebucht
  • Zwei Tage intensive Diskussion rund um die außerklinische Intensivpflege

Die zweitägige Fachtagung für die außerklinische Intensivpflege MAIK Update hat am 3. Februar und 4. Februar 2026 in Hamburg stattgefunden. Sie hat deutlich gemacht, vor welchen Herausforderungen die außerklinische Intensivpflege steht.

Gesundheitspolitikerin Simone Borchardt (MdB, CDU) über das MAIK Update: „Die Gespräche haben deutlich gemacht, dass die außerklinische Intensivpflege vor strukturellen Herausforderungen steht. Mehr Kompetenzen für qualifizierte Pflegefachkräfte, weniger bürokratische Hürden und eine verlässliche Finanzierung sind zentrale Bausteine für die Zukunft.“

Laura Mench, Aktivistin für Inklusion und außerklinische Intensivversorgung sowie Präsidentin-elect der Deutschen Interdisziplinären Gesellschaft für Außerklinische Beatmung und Intensivversorgung (DIGAB) e.V., nutzte ihren Impulsvortrag zu Beginn der Tagung für eine Umfrage unter den rund 150 Teilnehmern, zum großen Teil Betroffene, Fachleute und Pflegekräfte. Diese brachte eine klare Rangordnung der Prioritäten zutage: Im Mittelpunkt steht die Möglichkeit zur Selbstbestimmung der Menschen, gefolgt von Teilhabe, Qualität und Lebensqualität, Familie, bürokratische Herausforderungen und Refinanzierung.

Eröffnung (v.li.n.re.) Dr. Lena Panzer-Selz, Dr. Maria Panzer, Christoph Jaschke und Daniel Klein, CEO der DEUTSCHENFACHPFLEGE. Foto: MAIK Kongress

Eröffnet wurde die Tagung zuvor von Daniel Klein, CEO der DEUTSCHENFACHPFLEGE, und dem Kongresspräsidium – Christoph Jaschke, Dr. Maria Panzer und Dr. Lena Panzer-Selz. Dabei hob Daniel Klein die Bedeutung eines Austauschs unter betroffenen Menschen, Fachleuten, Experten und Politikern hervor, wie sie der MAIK seit Jahren bietet.

Zentrales Thema der Podiumsdiskussion „Der Kostendruck im Gesundheitswesen. Was bedeutet dieser für die außerklinische Intensivversorgung?“ unter dem Vorsitz von Dr. h. c. Lutz Stroppe, Staatssekretär a.D., war die Frage, welche Sparmaßnahmen, die die Finanzkommission des Bundesgesundheitsministeriums in einem Zwischenbericht Ende März vorlegen wird, abzusehen sind.

Diskussionsrunde „Die Befugniserweiterung für Pflegefachkräfte und Entbürokratisierung in der Pflege“ mit Simone Borchardt (MdB, CDU), Sven Wolfgram (Geschäftsführer, Geschäftsbereichsleiter ambulante Versorgung beim Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), Prof. Dr. Marcel Sailer (Professor für Pflegewissenschaft an der TH Rosenheim), Ajdin Telalovic (Atmungstherapeut, Bereichsleitung in der DEUTSCHENFACHPFLEGE) und Moderatorin Kira Nordmann (Geschäftsführerin Certi.Care, Vorstand Intensivpflegeverband Deutschland e.V.). Foto: MAIK Kongress

Sowohl Petra Brakel, seit einem Jahr Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See und Geschäftsführerin der Krankenkasse Knappschaft, wie auch Anne-Kathrin Klemm, Vorständin im BKK Dachverband, verneinten die Frage, ob es Überlegungen gebe, auch in der außerklinischen Intensivversorgung zu sparen.

Petra Brakel und Anne-Kathrin Klemm warnten beide davor, Menschen mit Behinderung sowie pflegende Angehörige unter Druck zu setzen. Es dürfe nicht der Eindruck erweckt werden, dass Leistungen, wie beispielsweise die Schulbegleitung, einfach verordnet würden. Dies sei eine Missachtung der Kompetenz gegenüber den verordnenden Stellen, die genau prüften, wem eine solche Verordnung ausgestellt würde.

Im Mittelpunkt des zweiten Tagungstages stand eine zweistündige Podiumsdiskussion zum Thema „Die Messbarkeit von Qualität in der außerklinischen Intensivversorgung“ unter der Moderation von Sören Hammermüller, COO der DEUTSCHENFACHPFLEGE. „Kennzahlen sind ein wichtiges Instrument zur Qualitätsmessung, aber nicht das einzige beziehungsweise nicht das entscheidende“, fasste Hammermüller das Ergebnis der Diskussion zusammen.

Der MAIK – Münchner Außerklinischer Intensivpflege Kongress – hat sich in den vergangenen Jahren als führende Tagung für diesen Bereich des Gesundheitswesens etabliert. Neben dem jährlich in München im Herbst stattfindenden MAIK ergänzt das MAIK Update in Hamburg im ersten Quartal diese Veranstaltung.

MAIK-Präsident Christoph Jaschke: „Besonders freut es mich, dass hier nach Hamburg, aber auch jedes Jahr nach München zum MAIK Kongress so viele Menschen mit Intensivversorgungsbedarfen und die Vertreterinnen und Vertreter der Selbsthilfe kommen, um uns immer wieder deutlich zu machen, um wen es geht und welche Versorgungsprobleme dringend gelöst werden müssen.“

Weitere Informationen über das MAIK Update vom 3. und 4. Februar, besonders das Programm und die Liste der Sprecher und Sprecherinnen, finden Sie auf der Webseite.

Das nächste MAIK Update findet am 26. und 27. Januar 2027 statt.

Informationen über den kommenden MAIK, der am 23. und 24. Oktober 2026 in München stattfinden wird, finden Sie unter www.maik-online.org

Titelbild: Laura Mench, Aktivistin für Inklusion und außerklinische Intensivversorgung, Präsidentin-elect der Deutschen Interdisziplinären Gesellschaft für Außerklinische Beatmung und Intensivversorgung (DIGAB) e.V. Foto: MAIK Kongress

Quelle Text und Abbildungen: DEUTSCHEFACHPFLEGE


19. Februar 2026